Mit Innovationen durch
herausfordernde Zeiten.

HEDELIUS Geschäftsführer Dennis Hempelmann im Gespräch.

Geschäftsführer Dennis Hempelmann im Gespräch über die Themen Automation und Innovationen, die aktuellen Herausforderungen im europäischen Werkzeugmaschinenbau sowie die Situation bei HEDELIUS im Speziellen.

Die Themen Automation und Innovationen, aber auch die aktuelle Krise im europäischen erkzeugmaschinenbau sowie die Situation bei HEDELIUS im Speziellen, stehen heute im Fokus. Beginnen wir mit der Automation. Wie wichtig ist dieser Bereich für HEDELIUS?

Dennis Hempelmann: Automation spielt für uns auch zukünftig eine entscheidende Rolle. Wir haben in den vergangenen fünf Jahren mehrere eigene Lösungen entwickelt – von der Einsteiger-Palettenbeladung bis hin zu hybriden Anlagen für das gemischte Handling von Werkstücken und Paletten. Unser Fokus liegt dabei immer auf der Einzelteil- und Kleinserienfertigung im Maschinenund Werkzeugbau. Hier kennen wir uns aus, und hier fühlen wir uns zu Hause.

Unsere Kunden profitieren davon, da sie ihre Produktivität steigern HEDELIUS Geschäftsführer Dennis Hempelmann im Gespräch. und bisher unproduktive Zeiten effizient nutzen können. Wir mussten uns hier aber auch bei den Kunden erst einen Namen machen und die Langzeitgenauigkeit sowie die Zuverlässigkeit unserer Maschinen, aber auch unserer Serviceabteilung, unter Beweis stellen. Mit über 250 automatisierten Bearbeitungszentren im Markt haben wir diese Hürde jedoch erfolgreich genommen. Immer mehr Kunden berichten von Produktivitätssteigerungen von 50 % oder mehr. So ist es nur folgerichtig, dass sie auch die zweite, dritte oder vierte Maschine automatisiert nachbestellen

"Immer mehr Kunden berichten von Produktivitätssteigerungen von 50% oder mehr."

Der europäische Werkzeugmaschinenbau befindet sich derzeit in einer schwierigen Phase. Wie wirkt sich diese Krise auf Ihr Unternehmen aus?

Es ist korrekt, dass die Branche vor großen Herausforderungen steht. Das sieht man an zahlreichen Insolvenzen in den letzten Monaten und auch an den offenbar vielen Fusions- oder Übernahmegesprächen. Trotz der allgemeinen Unsicherheiten sehen wir uns jedoch gut aufgestellt. In den letzten sieben Jahren haben wir unser gesamtes Produktprogramm mit den TILTENTA-, ACURA- und FORTE-Bearbeitungszentren sowie den zugehörigen Automationslösungen komplett neu aufgestellt. Unseren Umsatz konnten wir in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppeln – und das bei hoher Profitabilität. Dies gibt uns die Möglichkeit, weiterhin in den Ausbau und die Modernisierung unseres Werks sowie in neue Entwickungen zu investieren.

Sicherlich merken auch wir derzeit die Investitionszurückhaltung, aber das Interesse an unseren Lösungen ist hoch. Unsere Kunden signalisieren, dass sie bei einer Erholung der Konjunktur wieder in unsere Maschinen investieren werden.

Können Sie etwas zur finanziellen Stabilität und Bonität von HEDELIUS sagen?

Unsere finanzielle Stabilität ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Durch nachhaltiges Wirtschaften und eine vorausschauende Planung konnten wir eine solide finanzielle Basis schaffen, die es uns ermöglicht, auch in herausfordernden Zeiten sicher zu agieren. So wurden wir auch für 2024 wieder mit dem CrefoZert der Creditreform für unsere exzellente Bonität zertifiziert – und das durchgängig seit 2016.

Sie haben erwähnt, dass Sie in den letzten Jahren Ihr gesamtes Produktprogramm neu aufgestellt haben. Können Sie uns einen Einblick in die größten technischen Herausforderungen und Meilensteine dieser Entwicklungen geben?

Wir arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung unserer Maschinen und Dienstleistungen. Während in den letzten Jahren der Fokus auf dem Ausbau unserer ACURA-Baureihe und den dazu passenden Automationslösungen lag, nehmen wir nun auch unsere TILTENTA-Baureihe wieder stärker in den Blick.

Wir haben mehrere Modelle mit Verfahrwegen über 6.000 mm auf den Markt gebracht. Dieses Segment – das muss ich gestehen – hatten wir in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren, da die Kundenanfragen ganz klar in Richtung Automation von Dreh-Schwenktisch-Maschinen gingen. Doch mit den Veränderungen am Markt wollen wir in diesem für uns ehemals starken Segment wieder Boden gut machen.

Wir sehen aber auch einen Trend zu mehr Flexibilität. Im Maschinenbau ist eine gemischte Produktion von kubischen 5-Achs-Werkstücken sowie von Wellen, Platten oder größeren Schweißbaugruppen alltäglich. Es lohnt sich für viele Kunden nicht, sowohl in ein automatisiertes 5-AchsBearbeitungszentrum als auch zusätzlich in eine Langbettmaschine zu investieren, da beide Maschinen nicht voll ausgelastet wären.

Das gefragte Schwenkkopf-Bearbeitungszentrum TILTENTA 10 hat HEDELIUS entsprechend der Nachfrage aus dem Markt um neue Längen erweitert. Es ist jetzt mit X-Verfahrwegen von 2.600 mm, 3.600 mm, 4.600 mm und 6.200 mm und extragroßen Y- und Z-Verfahrwegen von jeweils 1.000 mm verfügbar.

Aus diesem Grund haben wir unsere TILTENTA 7-Baureihe überarbeitet und um eine Palettenautomation ergänzt. Nun besteht die Möglichkeit, beispielsweise in der Tagschicht lange Werkstücke bis 2.600 mm zu bearbeiten und dann in der zweiten Schicht auf eine Palettenbeladung umzurüsten. Auf diesen Umrüstvorgang haben wir besonderes Augenmerk gerichtet – und ich denke, wir haben ihn pfiffig gelöst.

„Neues Maschinenkonzept noch in 2025: Baureihe CENTRIA “

Innovation ist ein Schlüssel zum Erfolg. Welche neuen Entwicklungen können wir von HEDELIUS erwarten?

Bearbeitungszentren mit Dreh-Schwenktisch, wie unsere ACURA Baureihe, stoßen an Grenzen, wenn große Paletten, sehr schwere Bauteile oder große Durchmesser und Aufspannhöhen benötigt werden. Daher werden wir mit der CENTRIA in der zweiten Jahreshälfte eine völlig neue Baureihe einführen. Wir starten mit einem Modell für Paletten der Größe 800 x 800 mm, das Bauteile bis zu einem Durchmesser von 1.250 mm und einem Aufspanngewicht von 1.500 kg verarbeiten kann. Um die nötigen räumlichen Kapazitäten zu schaffen, beginnen wir in Kürze mit dem Bau einer weiteren Halle.

Wir haben uns bewusst entschieden, diese Maschine nicht auf der EMO, sondern mit einem großen Event in Meppen unseren Kunden vorzustellen. Bis dahin müssen sie sich aber noch etwas gedulden.

Abschließend: Wie sehen Sie die Zukunft des Werkzeugmaschinenbaus in Europa und die Rolle von HEDELIUS darin?

Ich bin überzeugt, dass der europäische Werkzeugmaschinenbau weiterhin eine bedeutende Rolle spielen wird. Unternehmen, die auf Qualität, Innovation und Kundennähe setzen, werden auch künftig erfolgreich sein. HEDELIUS wird dabei als verlässlicher Partner mit maßgeschneiderten Lösungen einen wichtigen Beitrag leisten.

Mit der CENTRIA führt HEDELIUS eine völlig neue Baureihe ein. Das erste Modell ist für Paletten der Größe 800 x 800 mm ausgelegt und kann Bauteile mit einem Durchmesser von bis zu 1.250 mm sowie einem Aufspanngewicht von bis zu 1.500 kg bearbeiten.

Mehr dazu in der
HEDline 04/2025!

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